Peter Schärli Trio featuring Glenn Ferris

über die Band

 

Seit über dreissig Jahren steht Peter Schärli auf der Bühne. Hierzulande selbstverständlich und im europäischen Umland, aber auch an Festivals in der halben Welt, in Asien, Afrika, und Südamerika. Dieser stetige Erfolg hat seine Gründe. Es sind einfache und sehr schweizerische. Peter Schärli liefert (wie ein paar andere Schweizer auch: Roger Federer, Stephan Eicher, Roman Signer) konstante Qualität auf hohem Niveau. Und dass die sich über kurz oder lang oft durchsetzt, gehört zu den tröstlichen Erkenntnissen unserer Existenz.

Qualität heisst bei Peter Schärli, dass es ihm gelingt, eine gescheite Mischung zwischen künstlerischem Anspruch und genügend Publikumsnähe zu finden. Schärli legt seinen Musikern Stücke aufs Pult, die singbar und einfach klingen, die aber versteckte Ecken und Kanten haben, die auch einen Alleskönner wie den Posaunisten Glenn Ferris herausfordern. Stücke auch, die wunderbare Musiker wie den Walliser Pianisten Hans-Peter Pfammatter, den Emmentaler Bassisten Thomas Dürst und natürlich Schärli selber glücklich machen. Und Musiker ticken ja gleich wie wir normalen Leute: Wenn sie glücklich sind, spielen sie besser.

Glenn Ferris gehört zudem zu den wenigen Weltklasse-Musikern, die von sich behaupten können, noch mit dem genialen Frank Zappa gespielt zu haben: Als blutjunger Posaunist war er Mitglied des kleinen Wazoo-Orchesters, welches auf einer Welttournee ein paar der besten und komplexesten Kompositionen Zappas spielte. Ferris arbeitet seit er sechzehn Jahre alt ist als Profi und seine Diskografie mit über hundert CDs unter eigenem Namen und als Sideman liest sich wie ein Who’s Who der Jazz- und Popmusik: Von Stevie Wonder, James Taylor, Tim Buckley und der Average White Band über Don Ellis, Quincy Jones, Art Pepper, Tony Scott, Archie Shepp und Billy Cobham bis zu John Scofield, Michel Petrucciani und den Brecker Brothers.

Qualität bei Schärli meint auch künstlerische Integrität. Ein Künstler muss nicht Erwartungen erfüllen, er muss bei sich sein. Schärli ist genau dies, das Resultat ist ein Werk, das sich stetig weiterentwickelt und gleichwohl immer seine Handschrift trägt. Und sie ist in der vorliegenden Musik zu spüren, da gibt es schöne Melodien, gescheite Akkorde, dazu Swing, Drive, raffinierte Improvisationen, virtuoses Handwerk, empathisches Zusammenspiel, - kurz: alles was Jazz - gute Musik überhaupt! - bieten kann. Was wollen wir mehr?!

Beat Blaser, Juni 2011