Peter Schärli: "Peace Now!"

über die Band

 

Als Musiker beschäftige ich mich nicht nur mit Klängen. Ich registriere, was in der Welt läuft, mache mir meine Gedanken, habe eine Haltung dem Menschen, der Gesellschaft, dem Leben gegenüber. In den letzten Jahren ist noch klarer geworden, dass unser globales System aus den Fugen gerät. Der "heilige" Kapitalismus funktioniert immer perfider. Hinter seiner sauberen Maske wird die Welt liebloser. Unmenschlicher. Brutaler.

Die Kluft zwischen arm und reich vergrössert sich täglich. Um Gewinne zu maximieren, werden Menschenrechte verletzt und verhungern Menschen. Es ist wieder salonfähig, Minderheiten und Wehrlose zu demütigen, zu diskriminieren, zu hassen. Schwarz/weiss, gut/böse, richtig/falsch, rechts/links: das binäre Denken bringt uns nicht weiter. Wir müssen wieder lernen, ternär zu denken (ja/nein/vielleicht). Es braucht das Vielleicht, den Zweifel, die Verletzlichkeit. Die sturen Behaupter und Alleswisser sind mir suspekt.

Die Eindrücke von heilen und unheilen Welten spiegeln sich in meiner Musik wieder. Vielleicht kann ich mit meinen Konzerten all jenen Mut machen, die weiterhin eine humane Welt wollen und sich für gerechte Verhältnisse und für den Frieden einsetzen. Wir müssen uns gegen die Aufhetzer und Populisten wehren! Nur schon dafür lohnt es sich zu leben.

Ich kann es mir leisten, mein Leben mit Musikmachen zu verbringen. Welch ein Privileg, welch ein Glück! Ich darf andern Momente der Freude bereiten und somit auch mir selber.

Musik kann die Welt verändern, man muss ihr nur zuhören. Peace Now!

 

(Peter Schärli)